Montag, 6.09.2010

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31.07.2010
ARCHIV: BARMBEK
 

Hobby-Rambo legt Barmbek lahm

MALTE STEINHOFF

Was für ein Auftritt: Verkleidet als Guerilla-Krieger verschanzte sich Phillip P. (22) mit einer Pistole auf einer Barmbeker Ponton-Anlage. Stundenlang hielt der sturzbetrunkene Lehrling die Polizei in Atem. Erst als das MEK einen Diensthund auf ihn ansetzte, gab er auf – und sprang in den Osterbekkanal.

Donnerstagabend um kurz vor Mitternacht: Phillip P. sitzt auf der Ponton-Anlage am Osterbekweg. Er trägt Bundeswehr-Uniform und Splitterschutzweste, sein Gesicht hat er sich mit Tarnfarben eingeschmiert. Er hat eine Pistole, ein Messer und eine Flasche Whiskey bei sich.

Als ein 53 Jahre alter Mann den Ponton betritt, flippt Phillip P. aus: Er bedroht den Fremden mit seiner Pistole. Der Mann rennt davon und ruft die Polizei.
Zuerst schleichen sich Zivilfahnder an den Mann heran. Die Polizei befürchtet, dass uniformierte Beamte den Metallbauer-Lehrling aus Wandsbek nur noch aggressiver machen könnten. Doch sobald sich die Polizisten der Anlage nähern, richtet P. seine Pistole auf sie. Das Mobile Einsatzkommando (MEK) wird angefordert, knapp 40 Beamte sind im Einsatz. Fast drei Stunden lang verschanzt sich P. auf dem Ponton.

Schließlich schickt das MEK einen Diensthund auf die Anlage. P. schießt auf das Tier, trifft aber nicht. Dann bekommt es der Hobby-Rambo mit der Angst zu tun und springt mit der Waffe in den Kanal. Polizisten fischen ihn aus dem Wasser und nehmen ihn fest. Die Pistole versinkt im Wasser. Ob es sich um eine scharfe Waffe oder eine Attrappe handelt, bleibt vorerst unklar. Ein Alkoholtest ergibt einen Wert von 1,7 Promille.

Freitagmittag wurde Phillip P. in die Psychiatrie eingewiesen.

Fotostrecke: Der Möchtegern-Rambo von Barmbek



 

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